Mein Weg

Am 28.04.1964 kam ich im evangelischen Krankenhaus in Oldenburg zur Welt. Meine Mutter hat bis zu meiner Geburt als Drogistin gearbeitet. Da mein Vater Berufssoldat war, blieben wir jedoch nicht lange in Oldenburg sondern zogen mit der ganzen Familie (ich habe einen jüngeren Bruder) durch die ganze Republik. Die Kindergartenzeit und die ersten Schuljahre verbrachte ich in Rheinland-Pfalz, bevor wir wieder nach Niedersachsen kamen.

Meine ersten politischen Erfahrungen sammelte ich als stellvertretende Schülersprecherin im Gymnasium Wildeshausen. Dort organisierten wir 1982 im Rahmen der Diskussionen zum Nato-Doppelbeschluss einen vieldiskutierten „Friedenstag“.
Nach dem Abitur begann ich 1983 meinen Dienst in der Polizeischule in Hannoversch Münden, in der auch 1947 und 1963 meine Großväter ausgebildet wurden. Aus der Überzeugung heraus, dass wir nur in der Gemeinschaft stark sein können, trat ich in die Deutsche Polizeigewerkschaft ein. Als Teil eines Versuchs, 250 uniformierte Frauen in die Schutzpolizei Niedersachsen zu integrieren, habe ich erlebt, was der Unterschied zwischen rechtlicher und tatsächlicher Chancengleichheit sein kann. Seit Abschluss dieses Versuchs können Frauen ebenso wie Männer in allen Bereichen der Polizei arbeiten. Diese Neuerungen verliefen jedoch nicht immer reibungslos, was mich veranlasste, mich in der Gewerkschaft stärker zu engagieren.
Im Polizeidienst in Bergen lernte ich meinen heutigen Ehemann Jürgen kennen. 1988 heirateten wir, unsere Töchter Miriam, Sarah und Rebecca kamen 1989, 1991 und 1992 zur Welt.
Die Erfahrungen auch bei den Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben mir bei meiner Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte der Deutschen Polizeigewerkschaft sehr geholfen. 1992 wurde ich dann in die Bundesleitung der Frauenvertretung der Deutschen Beamtenbundes gewählt. In dieser Funktion kam ich auch mit anderen europäischen Gewerkschafterinnen zusammen. Beim Erfahrungsaustausch lernte ich schnell, dass wir zwar ähnliche Probleme haben, jedoch einzelne Länder wie z.B. Spanien in dem Bereich Häusliche Gewalt oder Italien im Mutterschutz deutlich weiter waren als die damalige Bundesrepublik Deutschland.
Im Jahre 2000 sprach mich der damalige Hermannsburger Kreistagsabgeordnete Peter Buttgereit an, ob ich nicht Interesse hätte, mich in der Kommunalpolitik zu engagieren und seine Nachfolge anzutreten. Aus eigenem Erleben hatten meine Familie und ich erfahren, dass bei den Themen Kinderbetreuung und Jugendarbeit in unserem Heimatort noch viel zu tun war. Ich wollte für meine Heimat etwas bewegen, also bewarb ich mit bei der SPD Hermannsburg um einen Listenplatz für den Gemeinderat Hermannsburg und den Kreistag in Celle. In Hermannsburg war ich schon bekannt, da ich die letzten beiden Wahlkämpfe 1991 und 1996 schon auf einem der hinteren Listenplätze die der SPD kandidiert hatte.
So wurde ich 2001 sowohl in den Hermannsburger Rat als auch in den Kreistag Celle und kurz später zur stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Celle gewählt.

In Hermannsburg leitete ich bis zur Wahl 2011, bei der ich nicht wieder antrat, den Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales. In dieser Zeit erreichten wir die Ausweitung des Betreuungsangebotes mit einer Ganztags- und einer Krippengruppe, eine private Hortbetreuung in der Grundschule und die Etablierung der offenen Jugendarbeit.

2006 kandidierte ich als Landrätin für den Landkreis Celle. Auch wenn die Wahl nicht gewonnen wurde, war der Wahlkampf eine wichtige Erfahrung für mich. Die Begegnungen mit den Menschen, die Arbeit mit einem motivierten Team, das gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet und die Besuche bei Firmen, Institutionen und Behörden haben mir gezeigt, welches Potential in unserer Region steckt und wie viel Spaß diese Arbeit mit und für die Menschen macht.

Nach der Kommunalwahl 2006 wurde ich von der Kreistagsfraktion zu ihrer Vorsitzenden gewählt.
Die Schulstruktur, der öffentliche Personennahverkehr und der Naturschutz sind nur einige der wichtigen Themen, die wir in dieser Zeit im Kreistag vorangebracht haben.
Wichtige Handlungsfelder sind leider über die ganzen Jahre die neonazistischen Umtriebe im LK Celle gewesen. Angefangen von der Kameradschaft 73 über das Schulungszentrum Hetendorf bis hin zu dem gemeinsam verhinderten Schulungszentrum in Fassberg begleiteten mich diese demokratiefeindlichen Aktivitäten über mehre Jahrzehnte. Aktuell unterstütze ich den Protest der Menschen in Eschede gegen die rechtsradikalen Versammlungen auf einem dortigen Hof Nahtz.

2009 stand im Wahlkreis Celle/Uelzen ein Generationenwechsel an. Peter Struck, ehemaliger Verteidigungsminister und damaliger SPD-Fraktionvorsitzender, hat nicht wieder für den Bundestag kandidiert. An diesem Punkt sah ich eine Chance, mich noch mehr als bisher für die Menschen bei uns einsetzen zu können. Ermuntert durch den Zuspruch vieler Parteifreunde und der Familie bewarb ich mich um das Bundestagsmandat für Celle/Uelzen und zog 2009 in den Bundestag ein.
Kümmerte ich mich bis dahin lediglich um den Landkreis Celle kam jetzt auch die Region Uelzen zu meinen Aufgaben hinzu. Hier lernte ich eine völlig andere Facette unserer Heimatregion kennen: die Nahrungsveredelung sowie einen Standort, der durch die drei Verkehrsträger Schiene/Straße und Wasserstraße große Potentiale für die Logistikbranche bietet.

In Berlin bin ich in den Bereichen Kommunalpolitik, Verkehrspolitik und im Untersuchungsausschuss Gorleben für die SPD Bundestagsfraktion tätig. Aber auch in den anderen Politikfeldern kann ich durch die guten Kontakte innerhalb der Fraktion Probleme ansprechen und Themen setzen. Wichtig ist dabei die kritische Begleitung durch die Menschen vor Ort. Daher sind die monatlichen Sprechstunden in Uelzen und Celle feste Bestandteile in meinem Kalender.